Psychomotorische Therapie / Mototherapie (Bewegungstherapie)
Die Psychomotorik- Therapie setzt sich zum Ziel,
- die Bewegungsfähigkeit,
- die Wahrnehmungsfähigkeit,
- die Kontaktfähigkeit (Sozialkompetenz)
- sowie die Handlungsfähigkeit (Ich- Kompetenz)
den Möglichkeiten des Kindes / des Jugendlichen entsprechend zu fördern und zu verbessern. Sie orientiert sich an den persönlichen Entwicklungsthemen des Kindes, seinen Stärken und seinen psychomotorischen Schwierigkeiten. Die Therapie unterstützt das Kind/ den Jugendlichen in seiner Persönlichkeitsentfaltung, vermindert den Leidensdruck und erleichtert ihm den Umgang mit seinen Schwierigkeiten.
Kinder und Jugendliche besuchen in Klein- und Großgruppen, vereinzelt auch in Einzelstunden in der Regel 1-2x pro Woche die psychomotorischen Therapiestunden. Dauer, Gestaltung und Intensität der Therapie richten sich nach den persönlichen Bedürfnissen des Kindes oder des Jugendlichen und der jeweiligen Situation.
Zudem wird eine Erhebung des motorischen Entwicklungsstandes erhoben (LOS KF 18, MOT) und durch Bewegungsbeobachtungen in freien Bewegungs- und Spielsequenzen ergänzt.
Im Hintergrund der psychomotorischen Arbeit stehen Konzepte und Haltungen von: Bernard Aucouturier (psychoanalytisch) und Ernst J. Kiphard.
Was bedeutet Psychomotorik?
„ Psycho“ und „Motorik“…. Erst durch die Wechselwirkung kann die Bedeutung erfasst werden. „ Psycho“ bedeutet dabei ein inneres, emotionales ‚Bewegt sein’ (Emotion), ein ‚gefühlsmäßiges’, ‚Gestimmt sein’, das von innen heraus über die „Motorik“ (Bewegung, Motion) nach außen drängt und dadurch sichtbar wird.
So, wie ich mich fühle, so bewege ich mich!
Und wie ich mich bewege, so fühle ich mich!
Über die psychomotorische Arbeit können Kinder- und Jugendliche in ihrer motorischen, emotionalen, sozialen, sprachlichen, sensorischen und kognitiven Entwicklung begleitet werden.
Ergotherapie / Arbeitstherapie
Das Wort "Ergo" wird aus dem griechischen Wort "ergon" abgeleitet und bedeutet soviel wie "Werk" oder "Tat". Es handelt sich um eine nicht ärztliche Behandlungsform, vermittels der die körperlichen, geistigen und emotionalen Fähigkeiten des Patienten erhalten, gefördert, hergestellt und/oder wiedererlangt werden können.
Den drei Ergotherapeuten/Innen an der Klinik stehen für diese Aufgaben in einem separaten Gebäude folgende Räume zur Verfügung:
- Gruppenraum (für Papierarbeiten, Papiergestaltung, Seidenmalen, und Spiele)
- Tonraum (für Arbeiten mit Ton, Gips, Pappmaché, Kleister- Papiermaché, bildnerisches Gestalten)
- Holzraum
- Computerraum (für Konzentrations-u. Wahrnehmungstraining, räumlich-konstruktive Spiele)
- Kleiner Bewegungsraum (Bewegungsangebote, Entspannungsübungen)
- Überdachter Außenbereich (für Steinarbeiten)
- Malatelier (ausdruckszentriertes Arbeiten mit Farben)
- Therapieküche
Mit den Patienten wird dort in Einzel- und Gruppenstunden nach unterschiedlichen Methoden und ergotherapeutischen Maßnahmen diagnostisch und therapeutisch gearbeitet.
Dazu kommen sie durchschnittlich 2-3 mal wöchentlich in die Ergotherapie. In den ersten Behandlungseinheiten steht die ergotherapeutische Befunderhebung im Vordergrund. Im Anschluss daran sind die Patienten in die Gestaltung der Stunden einbezogen und eingeladen, beziehungsweise werden unterstützt, ihre Wünsche und Vorstellungen einzubringen. Sie sollen lernen, ihre Stärken und Schwächen zu erkennen, einzuschätzen und an der Formulierung ihrer Ziele mitzuarbeiten. Diese Ziele können in folgenden Bereichen liegen:
- sozioemotionaler Bereich / Gruppenverhalten
- emotionaler Bereich
- affektiver Bereich
- feinmotorischer Bereich
- grobmotorischer Bereich
- Perzeption
- kognitive Fähigkeiten
Reittherapie / Heilpädagogisches Voltigieren
Das heilpädagogische Voltigieren bietet ein breites Spektrum an Erfahrens- und Fördermöglichkeiten für Kinder mit:
- Problemen im Gleichgewicht und in der Koordination
- unsicherem Muskeltonus
- mit Problemen im sozialen Bereich (Ängsten, Selbstbewusstsein, Kontaktschwierigkeiten)
- Konzentrations- und Ausdauerproblemen
Inhalte des heilpädagogischen Voltigierens
Die Kinder führen allein oder mit Partnern gymnastische und turnerische Übungen auf dem Pferderücken aus. Das Pferd geht dabei in den verschiedenen Gangarten (Schritt, Trab, Galopp) im Kreisbogen (Zirkel) an der Longe (sieben bis zehn Meter lange Leine). Es werden mit dem Pferd verschiedene Mitlauf- und Bewegungsspiele ausgeführt.
Das Umfeld der Reithalle und der Umgang mit dem Pferd erfordern das Einhalten bestimmter Verhaltensweisen und die Erledigung einiger Aufgaben, die unmittelbar im Zusammenhang mit dem Voltigieren stehen - z.B. das Pferd aus dem Stall holen bzw. zurückbringen, auf- und abgurten, Füttern und Putzen, fegen der Stallgasse, harken des Hallenbodens.
Musiktherapie
Die Musiktherapie als psychotherapeutisches Verfahren eröffnet die Möglichkeit, auf einem direkten, spielerischen, nonverbalen Weg in Kontakt zu treten, zu kommunizieren und zu interagieren, z.B. über einen musikalischen oder rhythmischen Dialog. Sie ermöglicht den Patienten, einen Zugang zu ihren Gefühlen zu finden, Gefühle zum Ausdruck zu bringen, auch solche, die ihnen nicht bewusst sind oder als bedrohlich erlebt werden.
Erlebnistherapie
Erlebnistherapeutische Gruppen bieten den Teilnehmern verschiedene Möglichkeiten Lernerfahrungen zu machen:
- Aufbau von Vertrauen
- Kooperatives Problemlösungsverhalten
- Herauslösen aus der Alltagswahrnehmung
- Grenzerfahrungen in der Gruppe/Offenlegen der eigenen Ängste vor anderen
Erlebnistherapeutisches Lernen ist ganzheitliches Lernen, das sowohl die Befindlichkeit, als auch die Individualität und Situation eines Menschen ernst nimmt. Durch verschiedene Arten der Reflektion, ist es dann möglich, die gemachten Erfahrungen in alltagsrelevante Situationen zu übertragen, Erlebnistherapie kann somit auch als "reales Lernen", angesehen werden. Sie wird beispielhaft gestaltet durch klettern, segeln, kanufahren und Höhlen erleben.
Schule / Klinikunterricht
Alle schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen werden während ihres Krankenhausaufenthaltes unterrichtet. Sie erhalten mehrere Stunden Unterricht in der Woche, abhängig vom Krankheitsbild und den zur Verfügung stehenden Lehrerstunden.
Ziel des Unterrichts im Krankenhaus ist zunächst, dass die Kinder und Jugendlichen etwas lernen. Oft müssen sie jedoch nicht nur den in der Schule üblichen Unterrichtsstoff lernen, sondern erst einmal lernen, Schulunlust oder Schulangst zu überwinden, Misserfolgserwartungen abzubauen, Pflichten wahrzunehmen, eine Strukturierung des Tagesablaufs zu akzeptieren, pünktlich zu sein und zuverlässig Aufgaben zu erledigen. Schule und Unterricht sind hier also ein Teil der Therapie. Der Unterricht soll den Schülern helfen, sich nach dem Krankenhausaufenthalt möglichst nahtlos wieder in den Schulalltag eingliedern zu können.
Die Schüler gehören - wie auch die Altersspanne deutlich macht - verschiedenen Schulformen an. Sie bringen unterschiedliche Bildungsgrundlagen mit, weisen sehr unterschiedliche Fähigkeiten auf, haben die unterschiedlichsten sozialen Hintergründe, und sie leiden unter unterschiedlichsten psychischen Problemen.
Die Lehrer, die hier unterrichten, kommen ebenfalls aus verschiedenen Schulformen und Fachrichtungen. Fast alle unterrichten auch weiterhin an ihren Stammschulen. Diese Mischung aus Unterricht in der "normalen" Schule und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie hilft, bei der Beurteilung der schulischen Leistungsfähigkeit der jungen Patienten realistische Maßstäbe zu setzen.
Im Verlauf der Behandlung wird für viele Kinder / Jugendlichen im Rahmen der Reintegration in die Schule eine therapeutisch begleitete Außenbeschulung in der Herkunftsschule ermöglicht.