Neben der klinischen psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung (Einzel- und Gruppentherapien, Familientherapie sowie medikamentöse Therapie) haben schulische und berufliche Qualifizierung, Ergotherapie, körperbezogene Therapieverfahren, aber auch Kunst- und Musiktherapie ihren Stellenwert. Psychotherapeutische Schwerpunkte sind kognitive Verhaltenstherapie, psychodynamisch-tiefenpsychologische Verfahren und systemische Methoden. Es gibt interaktive, psychoedukative, sexualtherapeutische und suchttherapeutische Gruppenangebote.
Mit dem Patienten werden das Anlassdelikt und dessen Entstehungsbedingungen, aber auch die Perspektive des Opfers ausführlich bearbeitet.
Sicherheit entsteht vor allem durch Behandlung und Beziehung. Zu Beginn sind konsequente äußere Sicherungsmaßnahmen notwendig, erst im weiteren Behandlungsverlauf können schrittweise Freiheitsspielräume erprobt werden, um eine tragfähige Stabilisierung zu erreichen. Entsprechend unserer Sicherheitsphilosophie werden diese sog. Lockerungsschritte in einem mehrstufigen Entscheidungsprozeß unter Einbeziehung externer Fachleute, einem Sicherheitsbeauftragten und der Staatsanwaltschaft beraten und entschieden. Die Einrichtungen in Niedersachsen haben eine langjährige gute Erfahrung mit dieser abgestuften therapeutisch orientierten Sicherheitsphilosophie.
Die Therapie im Maßregelvollzug ist im Unterschied zum Strafvollzug nicht zeitlich befristet. Die Behandlungsdauer hängt von den individuellen Behandlungsfortschritte und der persönlichen Entwicklung des Patienten ab. Die Entscheidung über eine Entlassung auf Bewährung liegt nicht beim Krankenhaus, sondern bei der Justiz, die hierzu auch unabhängige Gutachten einholt.
Die Forensische Klinik arbeitet mit einem aus unabhängigen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wunstorf gebildeten Beirat zusammen und einer unabhängigen Besuchskommission (Nds. PsychKG) zusammen und legt großen Wert darauf, die Arbeit mit forensischen Patienten auch für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger transparent zu gestalten.